Giant Propel vs. Giant TCRDer Sitzdom: Fluch oder Segen?Welches Propel passt zu dir?Hookless-Felgen & Cockpit
Das neue Propel Advanced SL wiegt 6,44 kg. Mit Pedalen und Flaschenhalter sind es 6,8 kg (genau UCI-Limit). Kurz erklärt: Die UCI (Union Cycliste Internationale) schreibt vor, dass ein Rennrad im Wettkampf mindestens 6,8 kg wiegen muss. Alles darunter wird mit Zusatzgewicht beschwert. Das Propel trifft diese Grenze also genau, leichter wäre für Rennen gar nicht nötig. Gegenüber dem Vorgänger spart Giant 355 Gramm. Schaut man genauer hin, kommen davon nur rund 40–45 Gramm vom Rahmen selbst, der Rest verteilt sich auf:
Heißt: Giant hat nicht den Rahmen revolutioniert, sondern das Gesamtpaket clever optimiert.

Gut zu wissen:
Kein Thema wird in den Foren so intensiv diskutiert.
Beim SL-Modell ist die Sattelstütze fest im Rahmen integriert. Kein Rohr zum Rein- und Rausschieben, stattdessen ein Carbon-Mast, der beim Kauf auf die richtige Höhe abgesägt wird. Verstellbereich danach: gerade mal 2 cm.

Unsere Einschätzung:
Giant setzt bei allen Propel-Laufrädern auf hakenlose Felgen. Das spart Gewicht und bringt besseren Grip durch eine rundere Reifenform. Es schränkt euch aber bei der Reifenwahl ein.
Die integrierte Lenker-Vorbau-Einheit ist optisch ein Highlight: keine sichtbaren Kabel, schlanke Front, nur 283 g. Und laut Giant 12,5 % weniger Vibrationen an den Händen. Gerade in Kombination mit der elektronischen Schaltung sieht das Rad sehr aufgeräumt aus. Worüber man sich aber vorher Gedanken machen sollte: Ein integriertes Cockpit ist im Ersatzfall deutlich teurer als ein “normaler” Lenker.
Was Giant hier gut löst:
Kurze Antwort: Für die meisten Einsatzzwecke: ja.
Es ist kein Zufall, dass Jayco AlUla mittlerweile fast ausschließlich Propel fährt, auch bei Bergetappen. Spannend wird: Was macht Giant mit dem TCR? Die aktuelle 10. Generation ist ein wunderschönes, klassisches Rennrad. Aber die Daseinsberechtigung neben dem vielseitigen Propel muss Giant ab jetzt gut begründen!

Übrigens:
Giant staffelt das Propel in drei Carbon-Qualitäten mit insgesamt neun Modellen plus zwei Rahmensets. Alle teilen sich das gleiche Rahmendesign mit AeroSystem Shaping. Der Unterschied liegt im Material: Das Advanced SL nutzt Giants leichtestes und steifestes Carbon, das Advanced Pro setzt auf einen etwas schwereren, aber immer noch hochwertigen Rahmen, und das Advanced bietet solides Carbon zu einem deutlich zugänglicheren Preis. Hier die Übersicht:
| Advanced SL 0 | Advanced Pro | Advanced |
|---|---|---|---|
| Preis | 11.999 € | ab 6.499 € | ab 2.999 € |
| Für wen | Wettkampffahrinnen und Fahrer, die regelmäßig bei Rennen am Start sind. | Ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer, die Leistung und Alltagstauglichkeit verbinden wollen. | Alle, die ein starkes Gesamtpaket zum fairen Preis suchen. |
| Schaltung | SRAM RED AXS | Ultegra Di2 oder SRAM Force AXS | Shimano 105 (mechanisch oder Di2) |
| Laufräder | CADEX Max 50 | Giant SLR (nur ~130 g schwerer, alltagstauglicher) | Giant SLR |
| Sattelstütze | Integrierter Sitzdom (wird abgesägt) | Normale, verstellbare Stütze | Normale, verstellbare Stütze |
| Cockpit | Contact SLR 0 Aero (integriert) | Contact SLR Aero (integriert) | Contact SL Aero (integriert) |
| Powermeter | Quarq (serienmäßig) | je nach Modell (Giant Power Pro oder SRAM Force) | nicht enthalten |

Clemens Fazit zum Rad:
“Ich bin begeistert von dem Rad. [...] Giant hat seine Hausaufgaben gemacht und sich in allen Belangen verbessert.”