
Man steht vielleicht noch am Anfang seiner Rennradkarriere, ist schon drei- bis vier Mal die Hausrunde entlangpedaliert und macht sich so langsam Gedanken darüber, was die nächste Investition nach Rad, Helm und der ersten Radhose sein sollte. Wie geht's jetzt weiter und wo kann man noch was aus der Performance rausholen?
Ganz natürlich kommt dann doch schnell die Frage auf, ob es nicht Sinn macht, in Klickpedale zu investieren. Da gibt’s doch bestimmt Effizienzvorteile und außerdem scheints einfach ein Ding zu sein, wenn man richtig rennradeln möchte. Wenn du dich also fragst: Welche Vorteile haben Klickpedale? Welche Klickpedale für Anfänger? und wann sind Klickpedale sinnvoll? ...helfen wir dir hier gerne weiter.
Warum Klickpedale? Keine Angst vorm Umfallen Systemvergleich (Shimano, Look, Wahoo) Montage & Einstellung
Wenn man mit Rennradlern spricht, die von Klickpedalen überzeugt sind, hört man oft das Argument, dass die Möglichkeit, am Pedal zu „ziehen”, den ultimativen Vorteil bringt. Betrachtet man jedoch wissenschaftliche Analysen, zeigt sich, dass selbst Profi-Fahrer in der Zugphase nur selten eine signifikante, den Vortrieb unterstützende Kraft erzeugen. Allerdings gibt es diverse andere Vorteile, die sich aus der festen Verbindung zwischen Fuß und Pedal ergeben:
Das heißt also, es gibt verschiedene Vorteile in Bezug auf Stabilisierung und Effizienz. Aber macht es für eine:n Anfänger:in jetzt Sinn, direkt mit Klickpedalen zu starten oder zu wechseln? Mit dem Wechsel zu Klickies sind oft Ängste verbunden: Die Angst, umzufallen oder sich nicht rechtzeitig ausklicken zu können, ist aber nur temporär, denn die Lernkurve ist in der Regel exponentiell steigend.
Du kennst dich schon aus mit Klicks und möchtest direkt zum Modellvergleich
Eine der größten psychologischen Barrieren, wenns um Klickschuhe geht: Was wenn ich an der Ampel anhalten muss und den Fuß nicht rechtzeitig vom Pedal bekomme?
Um dieses Szenario zu vermeiden hilft es vor der ersten Fahrt ein paar Übungen im "Trockenen" zu machen. Dafür kannst du dich irgendwo festhalten und dann 50-Mal pro Seite das Ein- und Ausklicken üben. Ist das erledigt kannst du für den Start die Auslösehärte (auch Federspannung) am Pedal auf die niedrigste Stufe einstellen. So funktioniert das Ausklicken schon bei einer minimalen Fußbewegung. Als letzte Sicherheitsmaßnahme empfiehlt es sich am Anfang "vorausschauend" auszuklicken. Das heißt näherst du dich einer Kreuzung oder roten Ampel am besten direkt schon mal ausklicken und dann noch weiterrollen, so ist der Fuß beim Stopp direkt am Boden.
Während dem Anfahren muss man sich ja dann wieder geübt in das Pedal einklicken. Das kann am Anfang viel gleichzeitig sein, da man dafür erst einmal das Pedal finden, gerade stellen und dann noch den Fuß richtig positionieren muss.
Um nicht die Balance zu verlieren, hilft es am Anfang erst mal richtig anzufahren und sich dann, wenn das Rad stabil rollt, ums Einklicken zu kümmern. Mit der Zeit wird man jedoch geübter und findet den Dreh, wie man das Pedal in die richtige Position bekommt, raus.
Ja, absolut. Auch wenn die Hürden real wirken, ist man schnell drin (wortwörtlich). Meist dauert es nur 2 bis 3 Ausfahrten, bis die Bewegung automatisiert abgespeichert ist. Der Gewinn an Sicherheit (kein Abrutschen bei Nässe oder Bodenwellen) und Fahrstabilität überwiegen die anfängliche Unsicherheit deutlich.

MTB Klickpedale haben den Vorteil, dass die kleineren Metall-Cleats in der Schuhsohle versenkt sind. Deshalb läuft es sich damit um einiges besser. Der Einstieg ist außerdem beidseitig möglich. Meint mans allerdings ernst mit dem Rennradeln und plant auch mal größere Touren, kann die kleinere Auflagefläche zu brennenden Fußballen, sogenannten Hotspots, führen.
Wenn du maximale Tritteffizienz suchst, lohnt sich die Investition in Rennrad-Klickies allemal. Aber welche Systeme gibt es überhaupt und worin unterscheiden sich diese?
Wer Klickpedale fürs Rennrad sucht, landet fast immer bei drei Optionen: Shimano, Look oder Wahoo. Obwohl sie denselben Zweck erfüllen, unterscheiden sie sich spürbar in Gefühl, Bedienung und Details. Während Shimano vor allem für ein unkompliziertes, robustes System mit Fokus auf Langlebigkeit steht, setzt Look mit dem Kéo-Konzept auf Leichtbau und innovative Konzepte wie die Carbon-Blade-Spannung. Wahoo spielt seine Stärke besonders bei der biomechanischen Feinabstimmung aus – dank umfangreicher Cleat- und Float-Einstellungen.
Was können die drei Systeme noch und wo liegen die Unterschiede?
Die Philosophie von Shimano basiert auf der Maximierung der Kontaktfläche zwischen Schuh und Pedal, um eine möglichst stabile Plattform für die Kraftübertragung zu schaffen und gleichzeitig Hotspots (Druckstellen) am Fuß zu minimieren.
Die französische Firma Look gilt als Erfinder des Klickpedals und hat sein System über die Jahre immer mehr optimiert. Auch wenn das Look und Shimano System von außen sehr ähnlich aussieht unterscheiden sich die Mechanik und Materialien stark. Denn Look setzt in der Konstruktion stark auf Carbon-Technologie in allen Bestandteilen.
Wahoo geht mit SPEEDPLAY konzeptionell einen eigenen Weg. Anders als bei Shimano und Look befindet sich der Verriegelungsmechanismus hauptsächlich im Cleat, während das Pedal selbst sehr kompakt ausfällt. Ergebnis: viel Feintuning möglich und hohe Flexibilität bei der Anpassung.
Was heißt das jetzt für mich? Bei der Wahl des Pedalsystems geht es am Ende weniger um die Frage von "gut" oder "schlecht". Du solltest wissen, wo deine Prios liegen, also ob du z.B. vor allem Wert auf Preis-Leistung legst, minimales Gewicht willst oder besonders easy einklicken möchtest. Wir haben dir hier einmal je nach Hauptbedürfnis ein paar Empfehlungen:
| Hauptfokus | System | Warum? |
| Beste Preis-Leistung | Shimano 105 (PD-R7000) |
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| Ergonomie & Knie-Probleme | Wahoo Speedplay (Zero/Comp) |
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| Minimales Gewicht | Look Kéo Blade (Ti) |
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| Nie wieder Werkstatt | Shimano Ultegra (PD-R8000) |
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| Highest of high Performance | Look Kéo Blade (Carbon/Ti) |
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| Krassester im Kaffeehaus | Wahoo Speedplay |
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Beschäftigt man sich mit Rennradklickpedalen, stößt man schnell auf Begriffe wie Float , Auslösehärte oder Federspannung. Wir wollen hier einmal tiefer in die Bereiche Ergonomie und Biomechanik einsteigen, um zu verstehen, worauf man beim Kauf von Klickpedalen in puncto Ergonomie achten muss. Die klassischen Systeme von Shimano, Look und Co. unterscheiden sich dabei in Details, die allerdings großen Einfluss auf Komfort und Kniegesundheit haben. Im Folgenden findest du die wichtigsten vier Werte, auf die du beim Pedalkauf achten solltest:
In der folgenden Infografik sind die beschriebenen Werte nochmal bildlich dargestellt:
1. Shimano SPD-SL:
Der unkomplizierte "Sorglos-Standard" Shimano liefert das stabilste Gefühl ohne, dass du viel machen oder wissen musst. Die gelben Platten (mit 6° Float) sind perfekt für 90% aller Fahrer:innen, da sie Knieprobleme verzeihen, ohne sich schwammig anzufühlen. Die Einstellung der Härte per Schraube macht es anfängerfreundlich.
2. Look Kéo:
Der leichte Spezialist Look ist Shimano sehr ähnlich, bietet aber mit den roten Cleats (9°) eine Option für Fahrer, die extrem viel Bewegungsfreiheit brauchen. Vorsicht bei den teuren "Blade"-Pedalen: Da man die Härte nicht mal eben verstellen kann (Carbonblatt-Tausch nötig), sind sie für Anfänger oft zu hart eingestellt.
3. Wahoo Speedplay:
Der biomechanische Problemlöser. Das einzige System, bei dem du den Float millimetergenau begrenzen kannst (z.B. "Ferse darf nach innen, aber nicht nach außen drehen"). Die niedrige Bauhöhe und der "freie Float" (keine Feder drückt den Fuß zurück in die Mitte) sind gewöhnungsbedürftig, aber oft die einzige Lösung bei Knieschmerzen.
Sodele Pedale sind am Start, Angst vorm Umfallen ist genommen, aber wie montiert man das Ganze jetzt richtig? Denn Theorie ist das eine – aber wenn die Cleats nicht sauber sitzen oder die Pedale nicht fest sind, bringt dir das ganze Wissen nichts.
Hier deshalb ein Kurzguide mit 5 Schritten zur einfachen und richtigen Montage von Klickies:
Anfänger wählen am besten die gelben Cleats bei Shimano (6° Float) und die grauen von Look (4,5° Float).
Eine Links-Rechts-Schwäche ist hier die Hauptquelle für Fehler. Das rechte Pedal hat ein Rechtsgewinde und sollte deshalb auch im Uhrzeigersinn festgezogen werden. Das linke ein Linksgewinde, die Drehrichtung ist deshalb gegen den Uhrzeigersinn.
Sehr wichtig für die Ergonomie und Dreh- und Angelpunkt, um Knieschmerzen zu vermeiden. Die richtige Positionierung der Cleats hängt vor allem von der Position des Großzehengelenks ab. Wenn du eine genaue Anleitung zur richtigen Einstellung benötigst, schau doch gerne mal bei unseren beiden Partnern Ergon und dem Radlabor vorbei, hier wird die Einstellung nochmal detailliert erklärt:
Radlabor: Optimale Einstellung der Cleats
Ergon: Cleats und Pedalplatten richtig einstellen
Alles ist (vermeintlich) richtig montiert und jetzt steht die erste Testfahrt an. Wenn du eine Rolle hast, kannst du einfach kurz ne Runde daheim drehen und bei Schmerzen oder tauben Zehen einfach kurz mit dem Schraubenschlüssel korrigieren. Ansonsten nimm den Schlüssel mit und dreh erst mal ne kurze Hausrunde.
Kurzhilfe bei Schmerzen:
Hier geht’s vor allem um die Cleats. Die Notwendigkeit für einen Wechsel erkennst du an abgelaufenen farbigen Gummis oder wenn die vordere Nase dünn wird.
Das Problem mit knarzenden Pedalen liegt meist an trockenen Kontaktflächen und Schmutz zwischen Pedal und Cleat. Hier hilft ein bisschen Kerzenwachs (kein Fett) am Pedalkörper oder der Unterseite der Cleats.
Für die meisten Anfänger lohnt sich der Umstieg auf Klickpedale, da sie für einen sichereren Stand sorgen, Abrutschen verhindern und eine insgesamt bessere Kontrolle des Rads ermöglichen. Die anfängliche Angst, umzufallen, verschwindet schnell, wenn du das Ausklicken kurz übst und die Auslösehärte niedrig einstellst. Beim System gilt: Shimano ist der robuste Standard, Look die Leichtbau-Option und Speedplay die beste Wahl fürs Feintuning.