
Rollst du noch locker und lässig mit deinem Rad durch die Straßen oder singt es bereits das Lied vom Verschleiß? An den Geräuschen, die dein Bike so macht, lässt sich gut erkennen, was ihm gerade fehlt. Knackender Antrieb oder quietschende Bremsen sind eindeutige Zeichen, dass dein Rad Aufmerksamkeit braucht. Denn wer nicht direkt reagiert, zahlt später oft doppelt und dreifach. In diesem Leitfaden lernst du, was welches Geräusch bedeutet und erkennst Verschleiß auch ohne Profi-Werkzeug. Außerdem: Warum besonders E-Biker ganz genau hinschauen sollten.
Verschleiß erkennen Selbst fixen oder Werkstatt? E-Bike Verschleiß vorbeugen
Der Besuch in der Werkstatt kann sehr frustrierend sein, wenn statt dem angedachten Kettenwechsel doch die ganze Schaltgruppe ausgetauscht werden muss. Dahinter steckt (meistens) keine Verkaufsstrategie der Werkstatt, sondern eine technische Kettenreaktion: Eine über längere Zeit verschlissene Kette ‚arbeitet‘ sich in die Zähne von Kassette und Kettenblatt ein. Um das zu vermeiden sollten Verschleißteile regelmäßig geprüft und bei Bedarf repariert oder getauscht werden. Mit der richtigen Pflege hat man so lange Freude an seinem Fahrrad. Denn wenige regelmäßige Wartungs- und Pflegeaktionen können die Lebensdauer signifikant erhöhen.
Welche Verschleißteile du im Augen behalten solltest, wie du dein Rad lange in Schuss halten kannst und warum E-Bikes besondere Pflege benötigen, erfährst du hier.
Du möchtest dein Fahrrad verkaufen und durch den Austausch von Verschleißteilen noch mehr rausholen? Dann schau doch einmal bei diesem Blogartikel vorbei, dort erfährst du alles dazu wie der Zustand deines Rads den Verkaufspreis beeinflusst:
Gebrauchte Fahrräder erfolgreich verkaufen
Bevor wir uns den klassischen Verschleißteilen im Detail widmen, lohnt sich für viele ein Blick in den Leasingvertrag. Wer sein Rad über Anbieter wie JobRad oder BusinessBike bezieht, genießt oft handfeste Vorteile: Von der Übernahme der Verschleißkosten bis hin zu speziellen Garantievoraussetzungen gibt es beim Leasing einige Besonderheiten, die den Geldbeutel bei der Wartung stark entlasten können.
Folgende Besonderheiten gelten für Leasingräder:
Mehr zum Thema Leasing und welche Vorteile es mitbringt findest du hier:
Gerade für Laien und Wiedereinsteiger wirkt die komplexe Mechanik eines modernen Fahrrads oft wie eine Blackbox. Doch man muss kein Profi-Schrauber sein, um Verschleiß rechtzeitig zu erkennen: Es hilft schon, die eigenen Sinne zu schärfen. Fast jede mechanische Ermüdung kündigt sich durch eine subtile Veränderung der Geräuschkulisse oder ein verändertes Feedback beim Fahren an.
Jeder kennt's, man sitzt auf dem Sattel, tritt in die Pedale und der Antrieb knackt bei jeder Umdrehung vor sich hin. Ignoriert man das Problem weiter, kann es außerdem passieren, dass auf einmal einzelne Gänge nicht mehr ansteuerbar sind oder einfach übersprungen werden. Die Kette rutscht beim Anfahren auch einfach mal ganz lässig über die Zähne - Unschön! Das Problem liegt hier meistens im Antrieb:
Wenn die Ritzel also diese sogenannte Haifischflossen-Optik haben, ist es meistens schon zu spät und auch die Kassette muss ausgetauscht werden. Um dieses Leergeld zu vermeiden, sollte man seine Kette rechtzeitig austauschen. Grob über den Daumen gepeilt ist ein Wechsel der Kette nach 2.000 - 3.000 km sinnvoll oder eben spätestens sobald untypische Geräusche auftauchen.

Meine Kette ist verrostet, muss ich sie jetzt austauschen?
Wenn das Rad mal länger draußen gestanden ist, unüberdacht und bei Regenwahrscheinlichkeit 100%, schlägt schnell mal der Rost zu. Wenn meine Kette jetzt also angerostet ist, kann ich diese mit gutem Gewissen weiterfahren oder brauche ich eine neue? Nein und vielleicht: Der Rost sollte auf jeden Fall entfernt werden. Handelt es sich um leichten Flugrost, kann die Kette meist noch sehr gut gerettet werden. Dafür sollte man diese mit einer Draht- oder Zahnbürste kräftig schrubben. Hier helfen professionelle Mittel wie Rostlöser und Waschbenzin. Danach das Ölen nicht vergessen!
Sind die Kettenglieder allerdings schon steif oder hat sich der Rost tief ins Material gefressen, sollte man die Kette besser austauschen (Kostenpunkt: 20-40€).
Wenn man das Rad ständig wieder aufpumpen muss, weil es platt ist und die Reifen auch von außen schon nicht mehr so fresh aussehen, ist es vermutlich Zeit die Mäntel zu wechseln. Denn wenn die Reifen nicht mehr funktionstüchtig sind verliert man schnell mal den Halt bei Nässe und hat mehr Probleme mit Pannen.
Mehr dazu was du bei Reifenpannen machen kannst und welcher Reifen im Herbst und Winter den besten Grip bietet findest du hier:
Platter Reifen - Keine Panik!
Welcher Reifen bei nassem Wetter und Laub?
Wie erkenne ich also abgefahrene Reifen?
Durch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen altert die Gummimischung der Reifen schneller, da sich Weichmacher verflüchtigen und so die Reifen schneller spröde werden. Aber auch der ganz normale Abrieb, der durch den Kontakt zum Untergrund entsteht, führt zum Verschwinden des Profils. Woran erkenne ich jetzt also, ob der Reifen ausgewechselt werden sollte?:
Zeit für einen Wechsel? - Dann schau doch einmal hier nach, was du beim Reifenwechsel beachten solltest und wie du dir den Werkstattbesuch hier sparen kannst:
Iaaaiiuhhaaa - So ungefähr hört sichs an der Ampel an, wenn die Bremsbeläge nicht mehr so am Start sind wie sie es sein sollten. Neben den nervigen Geräuschen kann eine nicht funktionsfähige Bremse, aber auch um einiges schlimmere Konsequenzen haben.
Um dich vor unschönen Unfällen zu schützen, solltest du also sichergehen, dass die Bremse ordnungsgemäß funktioniert. Neben der klassischen Felgenbremse gibt es verschiedene Arten der Scheibenbremse. Was alle gemeinsam haben, sind die Bremsbeläge. Diese werden im natürlichen Bremsprozess über die Zeit abgetragen und müssen ausgetauscht werden, sobald nicht mehr genügend Reibmaterial vorhanden ist.
Daran erkennst du abgefahrene Bremsen:

Du hast die Bremsbeläge an deiner Scheibenbremse ausgetauscht und willst direkt losbrausen. Aber stopp! Damit neue Bremsbeläge ihre volle Leistung entfalten können, solltest du diese vor der ersten richtigen Fahrt einbremsen. Einbremsen heißt ca. 30 Bremsvorgänge aus 25 - 30 km/h durchzuführen - perfektes Intervalltraining also. Dabei werden winzige Partikel zwischen Belag und Scheibe übertragen, was die Reibung optimiert.
Wenn dein Fahrrad wie ein Metronom klingt, weil es beim Treten rhythmisch knackt, dann laufen vermutlich deine Lager trocken. Denn die Lager sorgen für die reibungslose Rotation aller beweglichen Teile. Bemerkst du “Spiel”, also z.B. Vorderräder oder Lenker ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Lager verschlissen oder nicht mehr richtig geschmiert.
Wann reicht schmieren und wann muss das Lager doch ausgetauscht werden?
Du möchtest nach dem Anfahren nur kurz den Gang wechseln, aber die Schaltung reagiert erst verzögert und schon das Betätigen des Hebels benötigt sehr viel Kraft. Dann scheinen deine Schaltzüge nicht mehr die neuesten zu sein.
Mechanische Schalt- und Bremsvorgänge funktionieren über Stahlseile (auch Züge genannt), die in Kunststoffhüllen laufen. Über die Nutzungszeit deines Rads dringt Schmutz und Wasser in die Hüllen ein, was zu Korrosion führt. Dadurch steigt die Reibung und die Federkraft des Schaltwerks reicht nicht mehr aus, um den Zug schnell genug zurückzuziehen.
Fährt man ein E-Bike, sollte man das Thema Verschleiß besonders im Blick behalten. Durch das hohe Eigengewicht und das starke Drehmoment des Motors werden die einzelnen Komponenten, wie beispielsweise Kette und Speichen, besonders stark belastet. Der Verschleiß tritt hier bis zu dreimal schneller ein als bei klassischen Rädern. Außerdem entsteht durch die verbaute Technik ein besonderer Bedarf, genauer hinzuschauen – auch was die Akku-Pflege betrifft. Mehr dazu wie man Verschleiß vorbeugen kann findest du weiter unten:
5 Tipps zur Verschleißreduktion bei E-Bikes

Genau für die starken Kräfte, die bei E-Bikes auf die Komponenten ausgeübt werden, hat Shimano mit der CUES-Serie eine Schaltgruppe entwickelt, die voll auf Robustheit setzt. Das Herzstück ist die Linkglide-Technologie: Durch massivere Ritzelzähne und optimierte Schaltwege wird der Materialabrieb massiv reduziert. Im Vergleich zu herkömmlichen Ketten und Kassetten bietet Linkglide eine bis zu dreimal höhere Lebensdauer und sorgt für sanftere Gangwechsel, die das Material zusätzlich schonen.
Die Kette packts nicht mehr richtig und durch die Reifen ziehen sich tiefe Täler? Dann wirds höchste Zeit, Hand anzulegen. Oft stellt sich dann die Frage: Habe ich überhaupt das richtige Werkzeug und übersteigt das nicht vielleicht doch meine Fähigkeiten? Ob du das Problem selbst lösen kannst, quasi DIY, oder doch ein Werkstattbesuch nötig ist, erfährst du in diesem Leitfaden.
Einfache Pflegearbeiten verlängern die Lebensdauer massiv und erfordern kaum Werkzeug. Die Reinigung mit Wasser und Schwamm, das Ölen der Kette sowie die Kontrolle des Luftdrucks gehören zu den Basics.
Da E-Bikes besonders anfällig für Verschleiß sind, ist eine gründliche Pflege umso wichtiger. Beachtet man diese Tipps hat man gute Chancen, noch lange geschmeidig durch die Straßen zu flitzen.