
Die 10 Minuten Methode Unterschiede Tubeless und SchlauchReifendruck nach Fahrradtyp
Der Reifendruck ist eine der wenigen Einstellungen am Fahrrad, die gleich mehrere wichtige Fahreigenschaften gleichzeitig beeinflussen.
Ein zentraler Punkt beim Thema Reifendruck ist die Frage, wie dein Reifen aufgebaut ist. Denn der Aufbau bestimmt, wie stark sich der Reifen verformen darf und wie viel Luftdruck er braucht, um stabil zu bleiben.
Reifen mit Schlauch:
Tubeless (schlauchlos):

Aber Achtung: Tubeless ist kein “Freifahrtschein” für extrem wenig Druck. Wird der Reifen zu weich, kann es in Kurven oder bei seitlicher Belastung zum sogenannten Burping kommen, kurzzeitiger Luftverlust zwischen Reifen und Felge.
Die folgende Tabelle gibt dir Durchschnittswerte, mit denen du starten kannst. Sie ersetzen kein Feintuning, sind aber eine sehr gute Orientierung.
Fahrradtyp | Typische Reifengröße | Referenzdruck | Besonderheiten |
| Rennrad | 23–28 mm | 5,5–7,5 Bar | Breitere Reifen (28 mm+) können etwas niedriger (~5 Bar) gefahren werden. Tubeless erlaubt ca. 0,5 Bar weniger bei gleichem Rollwiderstand. |
| Gravelbike | 35–45 mm | 3,5–5,0 Bar | Großer Spielraum je nach Untergrund. Auf Schotter deutlich weniger sinnvoll. |
| MTB (XC / Trail) | 2,1–2,35" | 1,8-3,0 Bar | Guter Allroundwert für gemischtes Gelände. Tubeless erlaubt weniger. |
| MTB (Enduro / DH) | 2,4–2,6" | 1,4-2,0 Bar | Fokus auf Grip und Kontrolle. Kleine Änderungen wirken stark. |
| City / Trekking | 37–50 mm | 3,0-5,5 Bar | Bei hoher Beladung (Einkauf, Gepäck) eher in Richtung 5 Bar gehen. Schmale Trekkingreifen (32–37 mm) am oberen Ende (~5 Bar), breite Reifen (50 mm) auch mit 3 Bar noch in Ordnung. |
| E-Bike | 37–50 mm | 3,5-6,0 Bar | Mehr Gewicht → etwas höherer Grunddruck sinnvoll. |
| Lastenrad | 55–60 mm | 2,8-4,5 Bar | Unbeladen. Mit Zuladung deutlich erhöhen. |
Wichtig: Immer innerhalb des auf dem Reifen angegebenen Min-/Max-Bereichs bleiben.
Die Tabelle liefert dir einen Startwert. Jetzt kommt die Anpassung an dich. Bevor du mit dem Feintuning beginnst, brauchst du eine verlässliche Grundlage. Mit Daumendruck oder Augenmaß kommst du hier nicht weiter, ab etwa 2 Bar fühlen sich fast alle Reifen „hart“ an. Hol dir am besten eine Standpumpe mit Manometer (oder ein kleines digitales Druckmessgerät). Damit wird das Ganze reproduzierbar und du kannst wirklich lernen, was 0,2 Bar Unterschied im Fahrgefühl ausmachen.
±0,1 Bar pro ±10 kg Fahrergewicht
(bezogen auf die 75-kg-Referenz)
Beispiele:
Diese Regel funktioniert besonders gut für Rennrad, Gravel, City- und MTB-Bikes im “moderaten” Bereich. Bei sehr niedrigen Drücken (z.B Enduro) lieber in kleineren Schritten (0,05–0,1 Bar) anpassen.
Die Formel gilt für Körpergewicht. Zusätzlich solltest du beachten:

Auch wenn Vorder- und Hinterreifen oft identisch aussehen, arbeiten sie unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Der entscheidende Unterschied:
Zu hoher Reifendruck:
Zu niedriger Reifendruck:
