
Einflussfaktoren auf die ReichweiteReichweiten-ÜbersichtSo kannst du deine Reichweite optimieren
Auf E-Bike-Akkus steht meist eine Zahl wie 300 Wh, 400 Wh, 500 Wh, 625 Wh oder 800 Wh. Diese Zahl beschreibt vereinfacht gesagt: Wie viel Energie der Akku speichern kann. Wh steht für Wattstunden. Das ist eine Energieeinheit, ähnlich wie ein „Tankinhalt“ beim Auto, nur eben für Strom. Man kann es sich so vorstellen:
Deswegen ist nicht immer „so groß wie möglich“ automatisch die beste Wahl, es kommt auf den Einsatzbereich an.
Ein E-Bike ist ein Hybrid: Es fährt nicht nur „mit Akku“, sondern aus Akku + Muskelkraft. Deswegen können zwei Personen mit demselben Rad völlig unterschiedliche Reichweiten haben.
Ein einfaches Beispiel dazu:
Deswegen bringen reine „Akku-Zahlen“ allein nicht so viel, wenn man nicht gleichzeitig über Fahrstil, Gelände und Unterstützungsstufe spricht.
Damit man einen ersten Anhaltspunkt hat, hilft diese Übersicht. Sie zeigt typische Reichweiten-Spannen je nach Akku-Größe und Fahrbedingungen.
Batterie-Kapazität | Szenario 1: Ideal / Eco (Stadt/Ebene) | Szenario 2: Mix / Tour (Hügelig/Pendeln) | Szenario 3: Schwer / Berg (MTB/Last/Turbo) |
| 250 Wh | 30 – 42 km | 20 – 30 km | 12 – 20 km |
| 300 Wh | 35 – 50 km | 25 – 35 km | 15 – 25 km |
| 400 Wh | 55 – 80 km | 35 – 55 km | 20 – 30 km |
| 500 Wh | 70 – 100 km | 45 – 70 km | 30 – 40 km |
| 625 Wh | 90 – 130 km | 60 – 85 km | 40 – 55 km |
| 750 Wh | 110 – 150 km | 75 – 100 km | 50 – 70 km |
| 800 Wh | 120 – 170 km | 80 – 110 km | 55 – 80 km |

Disclaimer: Reichweite lässt sich nie auf den Kilometer genau vorhersagen. Die Szenarien helfen dabei, realistisch zu planen im Zweifel lieber etwas konservativer rechnen und einen kleinen Puffer einbauen.
Im Alltag lassen sich die Reichweiten-Einflüsse gut in fünf „Akkuschlucker“ einteilen:
Luft wirkt harmlos bis Tempo oder Wind steigen. Wichtig ist: Je schneller gefahren wird, desto schneller sinkt die Reichweite und zwar stärker, als man denkt.
Warum Gegenwind so viel Reichweite kosten kann:
In der Ebene kann man Reichweite oft retten, indem man etwas langsamer fährt oder Eco nutzt. Am Berg geht das nur begrenzt, denn Masse muss nach oben.
Faustregel: Pro 100 Höhenmeter kostet es grob 10–15 Wh aus dem Akku (zusätzlich zu dem, was in der Ebene gebraucht wird). Das macht Tourenplanung plötzlich deutlich leichter:
Wie leicht ein Rad rollt, hängt stark von Reifen und Untergrund ab. Typische Orientierung für den Akku-Verbrauch pro Kilometer:
Das erklärt, warum ein E-MTB im Gelände trotz großem Akku manchmal „erschreckend wenig“ weit kommt: Es ist nicht nur der Motor, es ist der Untergrund.
Und dann kommt der Klassiker: Reifendruck.
Zu wenig Druck bedeutet: Der Reifen walkt bei jeder Umdrehung, Energie wird als Wärme „weggebogen“. Regelmäßiges Aufpumpen auf den empfohlenen Bereich kann die Reichweite erhöhen oft im Bereich von 10–15 %, ohne dass es Geld kostet.
Kälte verändert die Chemie im Akku: Der Innenwiderstand steigt, die Spannung bricht unter Last schneller ein, und das System meldet „leer“, obwohl theoretisch noch etwas Energie vorhanden wäre.
Tipps für dich:
Winter-Faustformel: Winter-Reichweite ≈ Sommer-Reichweite minus 25 %.
Wo Gewicht am meisten Reichweite frisst:
Was zum Gesamtgewicht zählt (und oft vergessen wird):
Wer wissen will, warum die Reichweite an manchen Tagen „plötzlich verschwindet“, sollte zuerst auf den Fahrmodus schauen. Denn der Modus bestimmt, wie viel der Motor zusätzlich zur Eigenleistung drauflegt.
Modus | Unterstützung (grob) | Typischer Energiebedarf | Reichweiten-Effekt |
| Eco | 50 – 80 % | niedrig | +50 % Reichweite |
| Tour | 80 – 120 % | mittel | Referenz (100 %) |
| Sport / eMTB | 150 – 200 % | hoch | −30 % Reichweite |
| Turbo | 250 – 300 % (bis höher) | sehr hoch | −50 % bis −60 % Reichweite |
Warum ist Turbo nicht nur „ein bisschen mehr Verbrauch“?

Diese Faustregeln helfen, realistisch zu planen:

Wer die Reichweite noch genauer abschätzen möchte (z. B. vor dem Kauf oder vor einer größeren Tour), kann als hilfreiche Ergänzung einen Online-Rechner nutzen, wir empfehlen den Bosch Reichweiten-Assistent.
Oft reichen ein paar kleine Änderungen um die Reichweite zu optimieren:
Am Ende geht’s nicht darum, jeden Kilometer zu „sparen“, sondern die Reichweite so gut einschätzen zu können, dass du einfach losfahren kannst ohne Reichweiten-Sorgen.