
Vielleicht ist es dir auch schon aufgefallen: Im Moment gibt es im Fahrradmarkt an vielen Stellen außergewöhnlich gute Angebote. Genau deshalb bekommen wir immer häufiger die gleiche Frage: Wie könnt ihr Fahrräder (und E-Bikes) gerade so günstig anbieten? Und ganz ehrlich: Dass man da kurz stutzig wird, ist total verständlich. Vor allem, weil wir zum Teil sogar 2026er Modelle schon reduziert anbieten können. Da fragt man sich schnell:
In diesem Blogbeitrag erfährst du, was in den letzten Jahren wirklich passiert ist, warum die Preise zeitweise so stark nach oben geschossen sind und warum du heute hochwertige Bikes zu richtig guten Konditionen bekommst.
Warum Fahrräder während Corona so teuer wurden Warum die Preise heute wieder fallen
Ab Frühjahr 2020 wurde das Fahrrad für viele zur naheliegenden Alternative, weil sich der Alltag plötzlich verändert hat. Es bot einen sicheren Weg zur Arbeit ohne volle Bahnen, diente als sportlicher Ausgleich zu geschlossenen Fitnessstudios und wurde zum Ticket für den Urlaub vor der Haustür. Besonders beliebt zu der Zeit war das im E-Bike-Segment, das einen Verkaufssprung von 52 % verzeichnete.
So stiegen die Verkäufe in Europa und Großbritannien 2020 auf ein 20-Jahres-Hoch, insgesamt wurden rund 22 Millionen Fahrräder verkauft. Diese Zahlen repräsentieren nicht nur organisches Wachstum, sondern eine massive Vorwegnahme zukünftiger Nachfrage ("Pull-Forward Effect"). Konsumentinnen und Konsumenten, die unter normalen Umständen vielleicht 2022 oder 2023 ein neues Rad gekauft hätten, zogen ihre Investitionsentscheidung in das Jahr 2020 vor.
In so einer Situation kippt ein Markt: Plötzlich zählt nicht mehr „Wo gibt’s den besten Preis?“, sondern „Wo bekomme ich überhaupt eins?“ Rabatte verschwanden fast vollständig, die Verfügbarkeit wurde zum Hauptargument und Zuliefere von Fahrradteilen und dann gezwungenermaßen auch Fahrradhersteller konnten massive Preissteigerungen durchsetzen.
Einer der Gründe für das, was danach passierte, ist der sogenannte Bullwhip-Effekt (Peitscheneffekt). Stell dir eine Peitsche vor: Eine kleine, schnelle Bewegung am Griff führt zu einem gewaltigen Knall an der Spitze. In der Wirtschaft ist es genauso. Dieses Phänomen beschreibt, wie minimale Schwankungen der Nachfrage zu immer extremeren Ausschlägen führen, je weiter man in der Lieferkette nach oben schaut.



Ein fataler Verstärker in diesem Prozess war die starke Verlängerung der sogenannten Lead Times (Vorlaufzeiten). Damit ist die Zeitspanne von der Bestellung einer Komponente bis zu ihrer tatsächlichen Lieferung gemeint.
Und genau hier lag die Falle: Wenn deine Lead Time statt drei Monaten plötzlich 12 bis 18 Monate (oder mehr) beträgt, musst du viel früher planen und zwar auf Basis von Annahmen, die sich längst wieder ändern können. Im Jahr 2021 wurden so riesige Mengen für 2023 und 2024 fest bestellt, basierend auf einem Boom, der so nicht ewig anhalten konnte.
Am Beispiel des Trek Fuel EXe lässt sich das Zusammenspiel von Lieferverzögerungen und Preisdruck gut veranschaulichen. Es zeigt, wie ein hochwertiges Produkt durch unglückliches Timing in die aktuelle Rabattspirale geraten ist:
Als Folge des Russischen Überfalls in die Ukraine sind im Winter 2022/2023 die Energiekosten in Europa explodiert und das Konsumklima ist massiv eingebrochen. Das hatte zur Folge, dass die Containerpreise von Asien nach Europa extrem gefallen ist und dadurch die Lieferketten der Fahrradbranche 2023 endlich wieder normal liefen. Als die Waren nun in großer Menge in Europa ankam, traf sie auf einen Markt, der fundamental gesättigt und wirtschaftlich unter Druck war:
Das Ergebnis war ein Bestandsüberhang (Inventory Glut), wie ihn die Branche noch nie gesehen hat. Schätzungen von Branchenverbänden wie dem ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) deuteten darauf hin, dass die Lagerbestände bei einigen Herstellern den Absatz eines kompletten Jahres überstiegen.


Kurz gesagt: Wir sind gerade in einer Phase, in der sich der Fahrradmarkt neu sortiert. Wenn Marken, Importeure und Großhändler Bestände reduzieren müssen, entstehen Einkaufsmöglichkeiten, die es in der Boomphase einfach nicht gab.
„Die aktuelle Marktlage ermöglicht es uns, hochwertige Bikes zu Konditionen einzukaufen, die vor drei Jahren noch undenkbar waren." , erklärt Geschäftsführer Andreas Isele. "Diesen Preisvorteil geben wir direkt an unsere Kundinnen und Kunden weiter.“

